Welch ein Unglück


Amar und Anthalion begaben sich zu ihrem Kontaktmann. .. war ebenfalls Mitglied im Rat von Minas Ithil und nach ... der zweitmächtigste der Stadt. Er konnte ihnen sicher sagen, wie sie ihren Auftrag erfolgreich in die Tat umsetzen konnten und was dazu notwendig wäre.

Wie nicht anders zu erwarten residierte .. , wie alle Mächtigen der Stadt, im höhergelegenen Zentrum der Stadt. Die beiden folgten der Hauptstraße, die sich spiralförmig aufwärts schlängelte. An der Tür versperrten ihnen grobschlächtige Wachen den Zutritt. Erst nachdem Angthalion auf Ihrer wilden Sprache, Amar vermutete, dass sie gewaltbereite Dunländer seien, auf sie eingeredet hatte, wurden sie vorgelassen. Der Hausdiener kam und stellt Amar einige geschickte Fragen, doch Amars Antworten schienen ihm zu gefallen und so ließ er die beiden vor in einen Raum, der prunkvoll eingerichtet war. Hinter einem großen Schreibtisch saß ein nicht minder prunktvoll gekleideter Mann, der Angthalion und Amar einen Platz anbot.

Selbstsicher began ... die Unterhaltung, wobei sofort klar wurde, dass dieser nicht gewillt war klare Äußerungen von sich zu geben. Er beließ es bei Andeutungen und wagen Hinweisen. Er schwaffelte, dass es ihm immer um das Wohl der Stadt gehen würde. Egal was passieren würde, das Wohl der Stadt läge ihm am Herzen und er wäre für alles bereit. Amar wurde klar, dieser Mann wollte nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Deshalb geleitete sie der Hausdiener auch kurze Zeit später aus der Hintertür heraus und steckte ihnen noch einen kleinen Zettel zu, wo sie eine verlässliche Kontaktperson in der Unterstadt finden konnten.

Diese Kontaktperson, ein verlauster Schneider in einer dreckigen Seitestraße der Unterstadt stellt sich tatsächlich als nützlich heraus, denn ohne eine Frage zu stellen, zeigte er ihnen einen Kellerraum mit Untergeschoss und beschrieb auch die Gegend als vertrauenswürde, als er den Zettel gesehen hatte.

Der Keller war ideal als geheime Zufluchtstätte. Doch wollten Sie eigentlich so lang wie möglich in ihrer Herberge wohnen. Es war doch viel behaglicher. Dort angetroffen berichteten sie Fin und Harar kurz über den Stand der Dinge. Man beschloss die Stadt zu erkunden, um sich einen weiteren Überblick verschaffen zu können, als eine paar Einheimische in den Schankraum traten und auf Castamir prosteten. Wieder einmal konnte Angthalion sich nicht zügeln und musste mit Ihnen ein Gespräch anfangen. Bevor er sich um Kopf und Kragen reden konnte, bestellte Amar eine Saalrunde, was zweifellos einen positiven Effekt auf die Unterhaltung hatte. Eines war klar, sich öffentlich zu oder gegen Castamir zu bekennen war kontraproduktiv.

Nach der kleinen Störung wurde noch ein wenig beratschlagt. Es war wichtig, dass sie als offizielle der Stadt, sozusagen als unparteiisch auftreten mussten. Ansonsten hätten sie sofort eine eingeschworene Front gegen sich, ganz gleich welche. Doch dass dies einfacher gesagt als getan war, sollten die nächsten Tage zeigen.

Amar verlies die Taverne und machte sich auf durch die Stadt. Er schlenderte die Hauptstraße entlang. Sein Ziel war der Hauptmann der Stadtwache. Einem stadtbekannten Saufkopf, der, zumindest hatte dies der Wirt gesagt, wohl nie nüchtern war. Diesem Hauptmann wollte ein Schriftstück entlocken, welches sie als Verantwortliche und Befehlsgewaltige der Stadtwache ausweisen sollte. Mit etwas Gelduld und Engelszungen gelang es Amar auch. Zwar musste er die Vollmacht selber schreiben, weil sein Gegenüber gerade noch in der Lage war seine fahrige Unterschrift darunter zu setzen, aber Amar sollte es Recht sein. Er hatte, was er wollte und ging zurüch zur Tarverne, wo er Angthalion das Schriftstück gab.

Seine Gefährten brachen kurz vor ihm auf, dann folgte Amar ihnen im sicheren Abstand. Die Straße war befestigt und in guten Zustand. Ab und zu überspannten große Tore den Weg, die für den Verteidungsfall zugesperrt werden konnten. Die größeren hatte sogar Falltore.

Auf seinem Weg sah Amar das Theater. Ein großer Bau mit kleinem Vorplatz. Einige Kutschen und gelangweilte Diener warteten. Es musste also eine Aufführung vorgeführt werden. Wer wohl alles da ist, fragte sich Amar, als er eintrat. Das Stück, ein Lustspiel in fünf Akten, war bereits in vollen Gange. Und nicht jeder war dankbar, dass Amar seine Füllige Statur in eine der Seitenreihen brachte. Hier hatte er zwar keinen guten Blick auf die Bühne, dafür jedoch, und das war viel ihm viel wichtiger einen guten Blick auf die Tribüne. Und tatsächlich gab es in diesem Theater Logen für die Herren der Stadt - und diese waren besetzt. Es war .. also wichtig, trotz der Unsicherheit gesehen zu werden. Auch .. war da, wie Amar kurze Zeit später erkannte. Es war die Loge direkt daneben. Während das Schauspiel weiter lief, sann Amar über Möglichkeiten nach, wie man diese Theater als Ort eines Anschlags verwenden könnte. Vielleicht bei der nächsten Premiere, da würde ... als Vorsitzender des Rates sicher auch dabei sein.

Während Amar seinen Gedanken nachhing, schlenderten Angthalion, Fin und Harar die Straße weiter hinauf und wurden auf eine Menschenmenge aufmerksam. Es waren Castamiranhänger und die hatten wohl gerade einen Königstreuen in die Finger bekommen. Sie spukten und traten den am Boden liegenden. Die Drei gingen näher. Angthalion war amüsiert, Harar unentschlossen, nur Fin war klar, dass er der Lynchjustiz nicht tatenlos zusehen wollte, als die Menge sich schließlich entschlossen hatte ihr Opfer zu hängen und bereits einen Strick über den Balken einer Veranda geworfen hatten und das andere Ende um den Hals des Wimmernden geschnürrt hatten. Er trat hervor. Doch seine Worte hatten nicht die erhoffte Wirkung. Auch die von Angthalion und Harar nicht. Die Meute war anscheinend zu allem bereit. Allen voran der Wortführer, der Fin provozierend anblickte, als ein sein Messer an die Zunge des Hilflosen führte. Fin zog seinen Hammer und sein Blick war unmissverständlich. Mit einem kurzen Schnitt versuchte der Anführer die Zunge abzutrennen. Er hatte keine Zeit für einen zweiten Versuch, denn im selben Augenblick zersplitterten seine Rippen bei dem routiniert geführten Schlag von Fin. Die Menge wich zurück. Auch Angthalion hatte sein Schwert gezogen und sicherte Fin den Rücken. Du hast meinen Bruder getötet schrie ein kräftiger Mann, der von weiter hinten mit einem langen Brett bewaffnet auf Angthalion zugestürmt kam. Dieser parierte gekonnt den tölpelhaften Angriffsversuch. Fin nutze die Zeit um den Angreifer mit einem wuchtigen Schag seines Hammers in den Staub zu schicken, wo dieser reglos liegen blieb. Die Menge stob auseinander wie feingemalender Staub.

Angthalion hätte den gelynchten sowie seine Peiniger einfach verrecken lassen, doch Fin versorgte ihre Wunden. Noch war es nicht zu spät. Obwohl sie schwer verwundet waren. Er orderte zwei Stadtwachen heran, die nachdem die Meute verschwunden war, sich wieder auf die Straße getraut hatten, und befahl ihnen die Verwundeten zu Heilern zu bringen. Amüsiert ließ sich Angthalion, Rang, Diensgrad und Dienststelle nennen und versicherte, dass er persönlich sich am nächsten Tag um das Wohlergehen der Verwundeten erkundigen würde.

Nach dieser kleinen Unterbrechung setzen die drei ihren Weg nach oben fort. Der oberste Platz war zu dieser Zeit versperrt. Die Tore waren verschlossen. Dennoch kamen sie mit dem Schritstück des ... ohne Probleme hindurch. Die Stadtwache bestand hier aus Elitekriegern, wie sie schnell erkannten. Die Abläufe schienen routiniert. Die Maueranlage, die den obersten Platz der Stadt umgab war regelmäßig mit Wachen besetzt. Auch die Häuser waren gut bewacht. Gerade das Haus des Herrn der Stadt glich einer kleinen Feste. Dort hineinzukommen war sicher nicht ganz einfach, befanden die drei, obwohl Eorl schon träumte wie er sich  durch die Scharen der Wachen pflügen würde.

Mit dieser Erkenntnis gingen sie zurück in die Schenke, wo kurze Zeit auch später Amar eintraf und sie bis tief in die Nacht die Köpfe darüber zerbrachen, wie sie sich des Herrn der Stadt entledigen konnten.