Auf ein Neues!


Nichts hielt Amar noch in dieser Stadt. Früher hatte er immer versucht kein Aufsehen zu erregen um auch später wieder in die Stadt zu dürfen. Das hatte er überall so gemacht. Aber jetzte war es anders. Es mussten schon Jahrzehnte vergehen bis die Menschen hier all die Steckbriefe und Greulgeschichten vergessen hatten. Und da war sich Amar sicher, Jahrzehnte würden ihm nicht mehr bleiben.

Nach kurzer Rast in der vegorionschen Unterkunft machte er sich gen Süden auf, wo die Heerführer und Eorl das Heer führen wollten und Eorl das Met trinken wollte. Der Weg war ereignislos und verging wie im Flug und eh Amar sich versah, tauchte Minas Ator, seine Heimat der vergangenen Jahre vor ihm auf. Auf der anderen Seite des Flusses war, wie erwartet das Heer inzwischen zu einer befestigen Bastion geworden. Amar konnte Befestigungs- und Wallanlagen zum Schutz erkennen. Zeltem, die nicht erst gestern aufgestellt waren und gelagweilte Krieger, die nicht sehnlicher herbeisehnten als den nächsten Kampf.

Kurz und knapp berichtete er Fin und Harar wie es um Angthalion stand. Die Endscheidung nach Osgiliath zu reisen und alles dran zu setzen Angthalion zu retten war schnell gefasst. Die Vorbereitungen für die Reise begann sofort. Notwendige Informationen mussten eingeholtge werden. Es wurden Kontaktpersonen in Osgiliath benötigt. Die Krähen hatten etwas zu tun.

Während dessen hielten die Heerführer, oder zumindest die verbleibenden, Heerschau und erkundigten sich nach dem Zustand der Truppe. Zähneknirschend mussten sie feststellen, dass der Rost sich nicht nur auf die Schwerter gelegt hatte. Mit einige Maßnahmen musste dem Heer wieder Beine gemacht werden. Wenn da nicht Dschabun wär. Dieser unerträgliche Wilde aus dem Süden, der in seiner aufscheiderischen Art wohl nur von Anthalion zu toppen war und auch wohl deshalb von dieser Schmeißfliege akzeptiert wurde. Fin und Harar hatten ihre Mühe mit dem fahrigen Hauptling. Eorl war eigentlich zur Zeit alles egal, hoffentlich er hatte einen Humpen Met in der Hand und Amar ereiferte sich über Gebühr über den nichtsnutzigen und lahnarschigen Diener der Heerführer. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass Gorbacks Gürtel, den er seit kurzen unter seinem Wans trug, ihn irgendwie herschsüchtig machte. Konnte das sein? Amar entschied die Schriftzeichen auf dem Gürtel übersetzen zu lassen. Natürlich wollte er das Original nicht öffentlich zeigen, so machte er eine Abschrift der Runen und beauftrachte den Diener sich um die Übersetzung zu sorgen, während er mit Fin, Harar und Eorl die alte Kneipe von Amar aufsuchen wollten, um ein wenig Kurzweil zu haben. Denn nichts konnte langweiliger sein, als auf die Ergebnisse der Untergebenen zu wartenn.

Amar staunte nicht schlecht, als sie, natürlich wie vermutet nicht ohne Schwierigkeiten (die Torwache wollte sie nur wiederwillig einlassen), um die Ecke Bogen und seine Kneipe sahen, die früher zwar gut besucht aber eher beschaulich war. Jetzt schien sie die beliebteste Terverne in ganz Minas Ator zu sein, denn es drang laute Musik ohne laute Stimmen auf die Straße. Ganz Minas Ator, oder zumindest diejenigen, die sich nicht für anständig und ehrführtig hielten, schienen da zu sein.

Amar hatte bei seiner Abreise Rastan, seinem damaligen Koch, die Leitung über die Taverne übertragen, doch nie hätte er damit gerechnet, dass dieser so geschäftstüchtig zu sein schien. Verwundet trag er in den Schankraum ein. Der Raum war erfüllt von Lachen und Trinksprüchen  - und, und das war neu, von leicht bekleideten Damen, die sich nicht scheuten sich auch auf den Schos eines Angetrungenen zu setzen und dessen Mandeln zu erkunden. Mit wenigen Schritten war Amar an der Theke, erkannte Rastan sofort und begrüßte ihn. Dieser wahr seltsamer Weise nicht sofort erfreut, tat überrascht und reicht ihnen sofort ein paar Humpen Met über die Theke und organisierte dann, nach Anfrage von Amar, einen Tisch in der Ecke sowie einige nette Damen, die sich bereitwillig zu ihnen gesellten. Nach all der Mühsal der vergangen Wochen, war diese Zerstreuung genau die richtige. Und während Fin sich eine andere blonde Schönheit kommen lies, war nur Harar unglücklich mit der Alten, die sich an ihn ranmachte. Verständlich, dachte Amar insgeheim, dieser gestählte dunkelhäutige Körper ist zu schade für alternde Huren in kleinen Städten, der Junge kann alle haben, wenn er nur will.

Das Gelange ging sein Gang und endet mit einer Orgie von Fin, Amar und zwei Damen sowie einem genervten Harar und einem besoffenen Eorl. Am nächten Tage wurde dann das Badehaus besucht. Das heiße Wasser und die sanften Finger der Frauen waren eine wahre Wohltat, zummindest für Fin und Amar.

Nach all dieser Erholung gingen die Heerführer, Amar und Eorl zurüch zum Heerlager, hielten Gespräche und bekamen einige Informationen für die Reise nach Osgiliath. So sollte die Vertraunsperson dort Damroth heißen und Hauptmann der westlichen Torwache sein. Als Erkennungsparolle sollte dienen "Der Wind weht rau von Süden her, der Winter dauer lang nicht mehr" (So ein Schwachsin dachte Amar, und wir haben noch nicht einmal Oktober)

Unerfreunlicher Weise wollte auch ein Kaufmann aus Minas Ator ein Gespräch mit Amar, indem er ihn an ein Darlehn über 1000 Goldstücke erinnerte und nun auf die Rüchzahlung pochte. Amart schwahnte nichts Gutes als er hörte, dass Rastan die Verhandlungen geführt, aber Amars Unterschrift, natürlich gefälscht, unter dem Schulschein stand. Amar verscheuchte den Kaufmann zu schnell, wie er sofort nach dessen Abgang und Drohung die obersten von Minas Ator einzuschalten, erkannte und so musste er sich wohl oder übel in die Stadt begeben um die Sache aus der Welt zu schaffen. Er nahm Eorl mit und wollte sich Rastan vorknöpfen. Dummerweise war die körperliche Diplomatie von Eorl kontraprotuktiv. Anstatt den ehemaligen Koch im festen Grill in die oberste Etage zum Verhör zu bugsieren, verpasste Eorl dem armen Rastan eine so unglückliche Bekanntschaft mit dem Tresen, das dieser die letzen Sekunden seines erbärmlichen Lebens in tiefer Bewustlosigkeit verbringen durfte. Die Gäste fanden dies natürgemäß eher befremdlich und stellten Eorl zum Kampf, den auch ein plötzlicher Lichtausfall nicht aufhalten konnte. Fazit: ein toter Ex-Koch und ein Fast-Toter Eorl sowie ein vor den Stadtwachen getürmter Amar.

Wie sauer Amar war, merkte Eorl Stunden später im Heerführer Zelt, wo Amar ihm erst einma einen Tritt in den Arsch verpasste. Nach der unfreiwilligen Fluchgt aus seinem Lokal hatte sich Amar zum Haus den Kaufmann mit dem vermeintlichen Schuldschein begeben. Dort war er unbemerkt von spielenden Kindern und besorgten Müttern in die Schreibstube gelangt und hatte dort gefunden, was er suchte - den gefälschten Schuldschein, den er an sich nahm und ungesehen wieder das Haus verschwandt. Auf dem Rückweg sah er wie Eorl von Stadtwachen weggetragen wurde. Er folgte ihnen heimlich bis zum Marktplatz. Dort traf der Troß auf Dschbun, dieser spielte sich wieder auf. Tötete kurzerhand einen der Stadtwachen nach einem kurzem Disput, erkannte Eorl, nahm diesen mit auf sein Pferd und brachte ihn zu Fin und Harar, wo er lauthals seine Ehre proklamierte. Amar  folgte dem Wilden staunend.

Wieder vereint, machten sich die Vier bereit für die Reise. Pferde wurden gesattelt, letze Informatinon übergeben. Der Diener brachte Amar die Übersetzung der Runen des Gürtels "Herdriak, Herr aller Stämme" und Amar hörte auch, dass Dschabun von der Übersetzung Wind bekommen hatte. Er war Aschtriak, Gorback war Aschtriak. Was hatte es mit dem Gürtel auf sich? Eins war klar, klar würde Dschabun den Gürtel bei Amar entdecken, gäbe es Ärger. Amar hielt sich deshalb im Hintergrund als es Zeit zum Aufbruch war und zu guter Letzt die Meldung kam, dass die Wahl zum Vorsitz des Stadtradts von Minas Anor vorloren  wie erwarten verloren war. Corator war im Amt bestätigt worden. Ermutigend war, dass nie zuvor ein Vorsitzender mit so wenig Stimmen gewählt worden war. Amar wusste, dass dies bei den diskussionsfreudigen Dunedain eine äußerst Mühsame Regierung bedeuten würde - immerhin ein kleiner Erfolg.